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03.01.2006
Sicherheit am Rad: Mängelkarte hilfreich

Polizeioberkommissar Ulli Geue ist im Alltag ein umgänglicher Mensch, der gerne lacht und als Bezirksbeamter den Kontakt mit dem Bürger sucht und schätzt. Wenn es aber um die Sicherheit bei Fahrrädern geht, dann versteht er keinen Spaß. Darum führt er eine Liste. Darin stehen diejenigen, deren Zweirad im Straßenverkehr nicht die erforderliche Sicherheit hat.
Seit 1998 hat sich die Polizei die verstärkte Kontrolle von Fahrrädern vorgenommen. Im Laufe der Jahre wurden die Kontrollen ständig gesteigert. Das hatte seinen Grund. 1997 lag die Quote der beanstandeten Sicherheitsmängel bei Fahrrädern bei rund 50 Prozent, jetzt ist sie auf etwa 10 Prozent gesunken. Speziell bei großen Schulen ist POK Geue anzutreffen: Mal im Hüstener Vogelbruch, mal im Neheimer Binnerfeld oder bei den weiterführenden Schulen am Berliner Platz.
Im Zweifel auch mit den Eltern reden
Die Fahrräder hat der Polizist im Visier. Fehlen die Speichenreflektoren, gibt es Mängel am Front- oder Rückstrahler, funktioniert die Klingel oder klappt gar die Bremse nicht - dann verteilt der Bezirksbeamte sogenannte Mängelkarten. Die bekommt der ertappte Schüler mit dem Hinweis, sie von seinen Eltern unterschreiben zu lassen und natürlich auch an POK Geue zurückzugeben. Klappt das mit dem Zurückgeben nicht, tritt der sogenannte "Elternbrief" in Aktion. Darin werden die "lieben Eltern" gebeten, sich doch einmal die Zeit zu nehmen, um das Fahrrad des Nachwuchses auf Sicherheitsmängel zu untersuchen. Und sie werden gebeten, ihr Kind zu überzeugen, das es ein hohes Maß an Sicherheitsgefühl entwickelt und verinnerlicht. So sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass mit eintretender Dunkelheit das Licht am Fahrrad eingeschaltet wird. Und natürlich sollen die Mängel am Rad beseitigt werden. Eine Woche wird jedem "Sünder" eingeräumt. Und das diese Frist nicht verstreicht, das kontrolliert POK Geue eben in seiner Liste.
Gute Erfahrungen mit der "Mängelkarte" habe er gemacht, weiß Ulli Geue zu berichten. Manchmal sei es aber trotzdem erforderlich, auch die Eltern im persönlichen Gespräch zu überzeugen, dass letztlich alles für die Sicherheit des eigenes Kindes sei. Und den Wiederholungsfall müsse es nicht unbedingt geben, weil dann auch ein Verwarngeld fällig werde.
"Mängelkarte" und das persönliche Ansprechen haben bei Kindern und Jugendlichen zu einer steigenden Akzeptanz geführt, wenn die Gesetzeshüter ihre Kontrollmaßnahmen durchführen. Übrigens: Wer das mit der Kontrolle überstanden hat, der bekommt auch eine Plakette (vielleicht die TÜV-Plakette für Fahrräder). Die wird jährlich herausgegeben und wechselt in der Farbe. Und richtig stolz sind Kids dann, wenn sie die besagte Plakette auf ihr Rad kleben können, weil auf der Plakette auch ein Polizeistern sichtbar ist.
Quelle: WR-online, 03.01.2006
LINKS zum Thema:
http://www.polizei-hsk.de/
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