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 31.12.2005

Ausreden satt: "War nur eine Minute weg"

Falschparkern am Neheimer Markt und in der Fußgängerzone nicht unbedingt mit der Keule begegnen: Die Bezirksbeamten Dietmar Aßhauer (Mi.) und Ulli Geue setzen vorrangig mit erklärenden Worten mehr auf die Einsicht und auf das Verständnis des ertappten FalschparkersWerden Autofahrer als Falschparker ertappt, sind ihre Ausreden gestandenen Polizisten und Politessen ausreichend bekannt. Einsicht oder Reue wird wenig gezeigt. Hauptsache, das Auto steht. Wenns sein muss in der Fußgängerzone und (noch dreister) auf Behindertenparkplätzen.

Am Neheimer Markt erreicht das Parkverhalten teilweise unerfreuliche Ausmaße. Gestern Morgen hatten die Taxen sichtlich Mühe, ihre ausgewiesenen Taxenparkplätze im Bereich der St.-Johannes-Kirche zu belegen. Dafür standen bis zu sieben Pkw auf den klar und deutlich ausgewiesenen Droschkenparkplätzen. Erst auf Hupen der Taxenfahrer bequementen sich einzelne Pkw-Fahrer, sich mit ihrem fahrbaren Untersatz zu entfernen. Das Parkchaos war fast komplett, als sogar ein Autofahrer versuchte, den Neheimer Markt (Einbahnstraße) in Richtung Apothekerstraße zu verlassen.

Dietmar Aßhauer und Ulli Geue wissen auf den Sachverhalt noch einiges draufzusetzen. Die beiden Polizisten bestreifen speziell in der Weihnachtszeit die Innenstadt/Fußgängerzone. Ertappen sie einen Falschparker, holen sie nicht sofort "den Knüppel aus dem Sack", sondern versuchen, mit guten Worten auf die Problematik und auf das Falschparken hinzuweisen. Doch selbst die Anwesenheit von Polizisten schreckt hartgesottene Falschparker nicht ab. Wesentlich mehr Wirkung zeigt, wenn die Beamten ihren Verwarnungsblock zücken oder gar mit der Kamera festhalten, wie falsch der Autofahrer geparkt hat. Dann, so Polizeihauptkommissar Dietmar Aßhauer, komme sogar plötzlich der Fahrer zu seinem Auto zurück und versuche mit Ausreden davon zu überzeugen, dass es wirklich nur die einmalige Ausnahme gewesen ist. Die Liste der Ausreden reicht von "Ich dachte, hier ist noch keine Fußgängerzone" über "War nur eben bei der Bank" bis zu "Ich war doch nur eine Minute weg."

Was die beiden Polizisten aber noch mehr verärgert, ist das Parken auf den an der Johannes-Kirche liegenden Behindertenparkplätzen. Der Trend derjenigen, die sich darüber hinwegsetzen, nehme leider zu. Geradezu erstaunlich sei, dass diese Menschen dazu neigten, ihr eigenes Denken über die Rechte anderer zu setzen. Immerhin: Es wurde auch schon abgeschleppt. Eine wesentlich teurere "Lösung."

Quelle: WR-online, 31.12.2005 | Udo Schnücker




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