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09.06.2005
"Kaiser-Haus" stärkt Standort Neheim

Zwei großzügige Eingangsbereiche, eine freundliche und lichtdurchflutete Lobby, viel Transparenz durch Verglasung, hohe Räume, eine richtungweisende technische Ausstattung in allen Räumen und zufriedenstellende Mieter - das kennzeichnet derzeit die Situation im neuen "Kaiser-Haus" an der Möhnestraße. Gestern stellten wfa-Chef Bernd Lepski und Architekt Rüdiger Tepe die neue Immobilie vor.
Der sogenannte "Mittelteil" mit 1500 Quadratmern Nutzfläche zwischen der bestehenden Immobilie an der Möhnestraße und den zurückliegenden Gebäuden ist fertig. Neun Monate dauerte die bauliche Maßnahme, um das neue Mittelstandszentrum fertigzustellen. Architekt Tepe: "Wir mussten während der Bauzeit nur mit 40 sogenannten Schlechtwettertagen kämpfen, aber die holländische Firma Pelikan hat die Bauvorgaben eingehalten."
Rund 7 Millionen Euro konnte die wfa durch Gewährung von Landeszuschüssen investieren. Neben dem holländischen Generalunternehmen profitierten von der Baumaßnahme überwiegend heimische Unternehmen und Handwerker, die Arbeiten ausführten. Mehr als zufrieden zeigte sich gestern wfa-Chef Bernd Lepski: "Mit dem Kaiser-Haus haben wir im ersten Bauabschnitt Rahmenbedingungen für Unternehmen geschaffen, die in der Region beispielhaft sind." Lepski sieht durch die technische Ausstattung eine Stärkung des Dienstleistungsbereichs, spricht von einer Unterstützung im "Hardware-Bereich, denn Entwicklungen benötigen auch Kommunikationen."
Cardio-Tours: Es fehlt ein Hotel
Im Blickpunkt des Erdgeschosses steht der große Veranstaltungsbereich mit einem Saal und einer 12 x 4 Meter großen Bühne. Die wfa ist zuversichtlich, dass hier künftig Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden, Anfragen (von Unternehmen, Verbänden, Politik, Einzelpersonen) liegen bereits vor.
Zu den im Kaiser-Haus bereits ansässigen Mietern zählt die Cardio-Tours GmbH (Internationaler Kongreßdienst/Notfallärzte). Ein Viertel der möglichen Veranstaltungstage hat Cardio-Tours-Unternehmer Dr. Dietmar Wetzschewald bereits gemietet. Die Cardio-Tours, 1993 mit Notfallseminaren gestartet, erfreut sich einer außergewöhnlich guten Nachfrage. Vor Ort mietete das Unternehmen seit Jahren das Kulturzentrum am Berliner Platz, kollidierte aber interessensmäßig mit dem Anspruch der benachbarten Schulen, die das Kulturzentrum für schulische Zwecke beanspruchen. "Wir sind froh, dass wir hier im Kaiser-Haus unseren neuen Standort gefunden haben" stellte Dr. Wetzschewald (z.Zt. sind 168 Intensivmediziner im Kaiser-Haus) gestern fest. Auch werde Standort und Räumlichkeiten von den Seminarteilnehmern überaus positiv angenommen. Die Frage nach einem neuen Standort habe Cardio-Tour anfangs vor große Probleme gestellt. Allein im vergangenen Jahr seien 96 Veranstaltungen bundesweit von Cardio-Tour durchgeführt worden, davon aber nur neun im Kulturzentrum. In den nächsten zehn Jahren werde Cardio-Tours im Kaiser-Haus minestens 90 Veranstaltungen pro Jahr durchführen, denkbar sei bei steigender Nachfrage auch eine Aufstockung auf 180 Seminare. Für die Region sei die Durchführung dieser Veranstaltungen mit viel Wirtschaftkraft verbunden (bis dato jährlich ca. 12 000 Übernachtungen). Dr. Wetzschewald bedauerte, dass es in Arnsberg zu wenig Hotelstrukturen gibt. Sein Wunsch: Ein 2-Sterne-Hotel vor Ort.
Die Schaffung eines Hotels im Kaiser-Haus (90 Betten) ist nach Darstellung von Architekt Tepe machbar.
Zu den ersten Mietern zählt seit Oktober letzten Jahres die Fa. Honeywell. Das Unternehmen ist mit 19 Mitarbeitern (9 Entwicklung, 5 Marketing, 5 Vertriebsabteilung/Objektverfolgung) präsent, arbeitet als Innovationszentrum für Honeywell (Armaturen für Heizungsanlagen) und entwickelt Produkte bis zur Serienreife.
Auch die Röttger-Bürotechnik hat ihren Standort (von der Stembergstraße) ins Kaiser-Haus verlagert. Das Ende der 60iger Jahre gegründete Unternehmen (5 Mitarbeiter) ist auf Büroeinrichtung/-planung, Büromaschinen/Bürostühle spezialisiert und vom neuen Standort sichtlich angetan. Röttger bekam nach Ausschreibung den Auftrag, das Kaiser-Haus mit Stühlen/Büromöbel auszustatten.
Techn. Ausstattung strotzt vor Vielfalt
Zu den weiteren Mietern zählt Laser & Vision (fünf feste Mitarbeiter, bei Bedarf bis zu 70 freie Mitarbeiter). Das Unternehmen ist als Dienstleiter für Events und auf Veranstaltungstechnik spezialisiert. Strukturell, so Firmenchef Sauer, werde sich Laser & Vision "teilen": einmal in die Event-Vision (Agenturleistungen) und in Laser & Vision (technische Leistungen). Die gesamte technische Ausstattung des Kaiser-Hauses wurde von dem Unternehmen, das seit 20 Jahren am Markt agiert, errichtet. Die auf den neuesten Stand der Technik geschaffenen Anlagen machen im Kaiser-Haus jede nur z.Zt. denkbare Kommunikation möglich, selbst bis zu 100 ISDN-Leitungen können geschaltet werden.
* Unmittelbar neben den zwei Eingangsbereichen wird eine Gaststätte entstehen. Der Bedarf, so gestern wfa-Chef Lepski, sei inzwischen entstanden, nachdem ursprünglich nur im Einzelfall ein gastronomisches Angebot unterbreitet werden sollte. Lepski führt diese Entwicklung auf den gelungenen Branchenmix zurück, der das Kaiser-Haus mit gewerblichem Leben erfüllt.
Der II. Bauabschnitt sieht den Bau von Büroflächen vor, für die weitere 1500 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen werden. Anfragen liegen vor, Gespräche finden statt.
Quelle: WR-online, 09.06.2005
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