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 07.05.2005

Feierliche Grundsteinlegung für Begegnungsstätte Franz Stock

Die Arnsberger stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner gehörte zur Abordnung aus Neheim, die an der Grundsteinlegung zur Europäischen Begegnungsstätte Franz Stock teilnahm. (WR-Bilder)Am (vergangenen) Samstag wurde vor rund 300 Gästen aus Deutschland und Frankreich in der ehemaligen Halle 01 des Kriegsgefangenenlagers Le Coudray in einem symbolischen Akt feierlich der Grundstein zur künftigen "Europäischen Begegnungsstätte Franz Stock" gelegt.

Diese Halle diente von 1945 bis 1947 als Priesterseminar hinter Stacheldraht für kriegsgefangene deutschsprachige Priester und Seminaristen. Geleitet wurde dieses in der Geschichte der Kirche größte und eigenartigste Seminar von dem aus Neheim stammenden Priester Franz Stock, der selbst Kriegsgefangener war.

Bis vor zehn Jahren nutzte das französische Militär das gesamte Areal als Materialdepot. Nach Auflösung des Depots wurde die Halle des "Stacheldrahtseminars" in die Liste der geschichtlichen Denkmäler Frankreichs aufgenommen, vor allem wegen des von Franz Stock gemalten Freskos in der Seminarkapelle und der geschichtlichen Bedeutung für Frankreich, Deutschland und die europäische Einigung. Nachdem im vergangenen Jahr die französischen Behörden die Halle für einen symbolischen Euro an den Trägerverein der Begegnungsstätte übereignet hatten, wurde nunmehr in der leeren Halle in feierlicher Form der Beginn der Umgestaltungsarbeiten eingeläutet.

Nicolas Villeroy de Galhau, Präsident des Trägervereins "Centre Europe?en de Rencontre Franz Stock", begrüßte die zahlreichen Gäste und erläuterte das ehrgeizige Projekt. Die Bürgermeister der Städte Le Coudray und Chartres sowie der Präfekt der Region würdigten die bisherige Arbeit des Trägervereins und versicherten ihre volle Unterstützung der bevorstehenden Arbeiten.

Die deutsche Seite war mit rund 70 Teilnehmern vertreten, darunter die Arnsberger stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner, Delegierte der Ratsfraktionen, der stellvertretende Landrat Erhard Schäfer und der Vorsitzende des Franz-Stock-Komitees Pfarrer Franz Schnütgen. Rosemarie Goldner und Pfarrer Schnütgen betonten ihre Freude über den Beginn der Umbauarbeiten und wünschten viel Erfolg bei der Realisierung des Projekts, für dessen Finanzierung weiterhin Spenden erhofft werden. Das Komitee überreichte dem Trägerverein die Kopie eines aussagekräftigen Bildes, das Franz Stock 1946 in Gefangenschaft gemalt hatte.

Zahlreich war auch die Familie Stock vertreten, angeführt von Theresia Stock, der Schwester Franz Stocks. Einige der 949 Seminaristen, die damals im Lager waren, wohnten der Feier ebenfalls bei. Zu ihnen gehörte auch der emeritierte Bischof Emil Stehle aus Konstanz.

Der Bischof von Chartres Nicolas Aubertin enthüllte den provisorischen Grundstein, der nach Abschluss der Bauarbeiten einem der Anlage entsprechend gestalteten weichen wird.

Für die 50 mit dem Bus angereisten Neheimer war zusätzlich ein Rahmenprogramm zusammengestellt worden. U. a. legten sie ein Blumengesteck am Grab von Franz Stock in Reche vres nieder und gedachten zusammen mit einigen Franzosen an der Hinrichtungsstätte auf dem Mont Vale rien in Susresnes, einem Vorort von Paris, der Befreiung von der höllischen Nazi-Herrschaft.

Quelle: WR-online, 10.05.2005, Horst Leise


LINKS zum Thema:
http://www.franz-stock-komitee.de/

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