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07.05.2005
"Böse Buben" schieben Kugel seit 55 Jahren

Am kommenden Samstag werden sie im Schützen- und Keglerzentrum in Erinnerungen schwelgen, werden sich an die Zeiten erinnern, als sie sich den Umgang mit Bauern, Vorder-/Hinter-Dame, Kranz und Alle Neune auf die Fahne schrieben. Denn am Samstag kann der Kegelclub "Böse Buben" sein 55-jähriges Bestehen feiern.
Ob sie wirklich ihren Namen zu recht haben, sei in den spekulativen Bereich gerückt. Böse im Sinne von "Bösen Buben" waren und sind sie mit Sicherheit nicht. Was sie aber im Laufe der Jahrzehnte immer wieder unter Beweis stellten, das war ihr Ehrgeiz, wenn es um keglerische Ehren ging. Auch das wird am Samstag sicherlich zur Sprache kommen, wenn sie ihren "55." im Zusammenhang mit der Siegerehrung des diesjährigen Möppelturniers feiern werden.
Aus Kegelaufsetzer wurden Sportkegler
1949 bot das Hotel "Zum Adler" seine Kegelbahnen an, ein Jahr darauf entschloss sich eine Gruppe von Kegeljungs (die Kegelaufsetzer) zur Gründung eines eigenen Clubs: Die "Bösen Buben" waren geboren. Zwei der acht Gründer (Hans Müller, heute 1. Vorsitzender des Clubs und Horst Hoffmann) zählen auch heute noch zur Stammbesatzung. Bedauerlich, dass Mitbegründer und Ehrenmitglied Willi Höch im Jahre 2002 verstarb.
1958 eroberten die "Bösen Buben" im Verein Neheimer Kegler den gestifteten "RUNDSCHAU-Wanderpokal". Das gute Stück haben sie nie wieder aus ihren Händen gegeben und immer wieder erfolgreich verteidigt. Zu ihren größten sportlichen Erfolgen zählte 1961 der Aufstieg in die Gauliga, 1964 der Aufstieg in die Oberliga, 1970 der Aufstieg in die Westfalenliga und 1971 und 1978 wurden sie jeweils Westdeutscher Mannschaftsmeister. Absolute Krönung ihres sportlichen Erfolges war 1972 der Aufstieg in die 1. Bundesliga und Platz drei bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Aber auch Einzeltitel wurden gewonnen. Michael Kofranek, Rudi Frenz und Horst Keweloh konnten sich mit dem Titel "Deutscher Meister" schmücken.
Auch nach 40 Clubjahren, als die sportlichen Erfolge nachließen, hielt die Truppe fest zusammen. Heute engagieren sich die "Bösen Buben" mehr für den Breitensport und innerhalb des Vereins Neheimer Kegler. Für die Gesellschafts- und Hobbykegler wird seit 1978 das Möppelturnier durchgeführt, dass inzwischen weit über Neheims Grenzen hinaus bekannt ist.
Der heutige Sportkegelclub "Böse Buben" setzt sich aus 16 Kegelbrüdern zusammen, die ebenso lange im Verein Neheimer Kegler sind. Auf 55 Vereinsjahre bringen es Hans Müller und Horst Hoffmann, Dieter Hoffmann (47), Heinz Meinschäfer (43), Paul Taubitz (38), Günter Schmitz (37), Franz Pater (36), Horst Keweloh (33), Paul Gockel (31), Jochen Malzer, Gottlieb Menge, Oreste Petrella (alle 27 Jahre), Günther Mühler und K.J. Wiese (beide 23 Jahre), Heinz Seidel (19) und Willi Feldmann (13).
Übrigens: Zum 55-jährigen Vereinsbestehen unternehmen die "Bösen Buben" mit ihren Ehefrauen eine zweitägige Rhein-Mosel-Fahrt. Eine Art kleines Dankeschön an die Damen, die trotz häufiger Abwesenheit ihrer Ehemänner immer mehr in den Mittelpunkt des Sportkegelclubs "Böse Buben" gerückt sind.
Quelle: WR-online, 03.05.2005
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