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 19.04.2005

Abwasser der Wepa wird in Neheim geklärt

Gestern wurden die neuen Reaktoren auf dem Gelände der Neheimer Kläranlage aufgestellt. (WR-Bild: Welke) Mit einem Investitionsvolumen von etwa 3,5 Millionen Euro erweitert der Ruhrverband zur Zeit seine Kläranlage im Ohl. Die zusätzliche Reinigungsstufe ist ausschließlich für die Abwässer der Papierfabrik Wepa in Müschede vorgesehen.

Gestern wurden als Herzstück der Anlage die vier sogenannten Reaktoren aufgestellt: zylindrische Behälter mit einem Durchmesser von 4 Metern, 18 Metern Höhe und einem Gewicht von jeweils 16 Tonnen. In diesen Tanks werden die organischen Bestandteile des Abwassers durch Bakterien abgebaut. Neu ist in diesem Fall, dass es sich um eine anaerobe Behandlungsmethode handelt, das heißt, sie kommt ohne Luftsauerstoff aus.

Das hochkonzentrierte Abwasser der Wepa, so erklärten Heinz Maus, Leiter des Regionalbereichs Nord des Ruhrverbands, und Andreas Graf, Projektleiter für den Kläranlagenbau, sei im Gegensatz zu den kommunalen Abwässern nährstoffarm, dafür aber stark mit organischen Bestandteilen angereichert. Beim kommunalen Abwasser, das unser aller Haushalten stammt, werden die Nährstoffe aerob, das heißt, durch Bakterien und unter Verbrauch von Luftsauerstoff abgebaut.

Bei beiden Verfahren entsteht als Abfallprodukt Methangas, das energietechnisch genutzt werden kann. So gehören zu der neuen Reinigungsstufe zwei Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 960 Kilowatt und zwei kugelförmige Behälter zur Zwischenspeicherung von jeweils 750 Kubikmetern des Biogases.

Zum Transport der Abwässer ist eine separate Rohrleitung von der Wepa in Müschede bis zur Kläranlage in Neheim gelegt worden. Mitte des Jahres soll die neue Anlage in Betrieb gehen. Der Ruhrverband hat dann insgesamt fast 50 Millionen Euro in die 1988 in Betrieb genommene Kläranlage Neheim investiert.

Durch die Vorbehandlung des Papierabwassers werde die Kläranlage insgesamt entlastet und ihre Reinigungsleistung gesteigert, berichteten Maus und Graf weiter. Durch die Erzeugung von Strom und Wärme in dem angeschlossenen Kraftwerk würde nicht nur eine Einsparung beim Energiebezug erzielt, sondern auch ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt von Kohlendioxid geleistet.

Quelle: WR-online, 19.04.2005


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