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 17.04.2005

Ausstellung "Zwangsarbeit 1939 - 1949"

Zwangsarbeiterinnen bei Aufräumarbeiten in einem Neheimer Betrieb nach der Möhnekatastrophe 1943.Seit knapp zwei Jahren befassen sich Bürger/innen im Rahmen einer Geschichtswerkstatt mit der Aufarbeitung des schweren und vielschichtigen Themas "Zwangsarbeit 1939 - 1945 in unserer Stadt". Das erste Zwischenergebnis veröffentlicht die Geschichtswerkstatt in einer Ausstellung vom 17. bis zum 22. Mai im Fresekenhof.

Die Geschichtswerkstatt besteht aus einer Kooperation von Stadtarchiv Arnsberg, Heimatbund Neheim-Hüsten und der städtischen Ruhrschule. Vertreten sind darüber hinaus die Ortsteile Bruchhausen, Holzen, Müschede und Niedereimer durch ihre Ortsheimatspfleger. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Vogel übernommen.

Die Ausländerbeschäftigung war ein Wesensmerkmal des 3. Reiches. Ohne den Einsatz angeworbener Franzosen, Niederländer oder Polen hätte der Krieg gar nicht erst begonnen werden, ohne die Beschäftigung von kriegsgefangenen Franzosen, Polen, Serben, Russen ab Ende 1942 nicht fortgeführt werden können. Ausländische Arbeitskräfte mussten die deutschen Männer ersetzen, die zur Wehrmacht eingezogen worden waren. Kein Landwirt, kein Bäcker war ohne eine ausländische Arbeitskraft. Fremdarbeiter waren eine Normalität auch in Arnsberg.

Die Mitarbeiter/innen der Geschichtswerkstatt haben zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen geführt und viele Dokumente und Fotos zum Thema Zwangsarbeit zusammengetragen. Sie sind sich aber der Tatsache bewusst, dass viele Arnsberger, die wertvolle Angaben machen können, noch nicht befragt worden sind. An sie wendet sich die Geschichtswerkstatt mit diesem Aufruf: Haben sie Erinnerungen an fremdländische Arbeitskräfte während des 2. Weltkriegs? Wo und was sie arbeiteten, wo und wie sie untergebracht waren? Hatten oder haben sie noch Kontakte zu ihnen, vielleicht Briefe, Fotos oder Geschenke?

Für Hinweise, Anregungen oder Fragen ist während der Ausstellung im Fresekenhof ein Erzählcafé eingerichtet. Als Ansprechpartner steht außerdem Franz-Josef Schulte vom Heimatbund (Tel: 02932/22165) zur Verfügung.

Quelle: WR-online, 18.04.2005


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