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04.02.2005
Petra Graef - Die Mutter der Comic-Kompanie

Die Wuppertaler Grafikdesignerin Petra Graef erfindet Figuren mit Witz und sprichwörtlichen Eigenarten.
Sie fühlt sich wohl im Kreise ihrer Lieben. Da sind der Popeye-Verschnitt auf spinatgrünen Turnschuhen, die Partyschrulle mit Elchfrisur und das Spidermännchen, das mit seinem kinoreifen Vorbild gerade mal das Emblem der Spinne teilt.Die Erfinderin dieser Figuren, Grafikdesignerin Petra Graef, versteht sich in erster Linie als Cartoonistin, die "psychologische Themen und Sprichwörtlichkeiten" unter die Lupe nimmt.
"Psychologisch" ist zum Beispiel der Denker, der mit den Fingern auf den Tisch trommelt und stumpf sinniert: "Ich bin meine alten Probleme so leid! Ich hätte gern ein paar neue!" Das sei schon ein wenig sperrig, bekennt Graef. Dennoch haben viele Motive längst einen Postkartenverleger gefunden und geistern durchs Internet.
Im Netz tut sich dann auch eine weite Welt für die Illustratorin auf, deren ehemalige Heimat eher klein und bescheiden ist. Neheim-Hüsten heißt das Fleckchen bei Arnsberg, wo Graef 1963 ihren ersten Schrei tat. Solche Nester waren schon für manch einen Anlass zur Flucht. "Nach dem Abi habe ich mich erst einmal für Maschinenbau in Essen eingeschrieben" ein Sprungbrett nur auf dem Weg zum Industriedesign-Studium, das sie in Wuppertal absolvierte.
"Die Produktschiene war aber letztlich nicht so spannend. Ich mochte das Dreidimensionale einfach nicht." So schlug sich Graef zunächst mit Jobs als Grafikdesignerin in Hagen durch, ließ sich in Berlin zur Multimediafachfrau ausbilden und fand `96 ein Atelier in Wuppertal. An der bergischen Stadt hängt inzwischen ihr Herz, im Tal pflegt sie ihr Netzwerk aus Freunden und Kollegen.
Seit 2001 kann Petra Graef mit Zeichnungen ihren Lebensunterhalt bestreiten und fertigt zu 80 Prozent Auftragsarbeiten an. Mit dem verbliebenen einen Fünftel Freiheit lassen sich nicht die ganz großen Sprünge machen, es drückt der Kommerz den liebenswerten Comicfiguren seinen Stempel auf.
Anfangs in Tusche gezeichnet und nachträglich am Bildschirm koloriert, sind die Gestalten inzwischen als Vektorgrafik direkt in den Rechner gepflanzt. Von dort treten sie ihren Weg in Nischen an, die sich im Rahmen von Werbung und PR auftun. So entstand für eine Krankenkasse ein Gesundheitsspiel und für das Atlantis Kindermuseum in Duisburg ein Walross als Sympathiefigur.
Und während Petra Graefs gezeichneter Mechaniker Horst Online-Spielern beibringt, wie man Sprit spart, arbeitet die Wuppertaler Designerin fieberhaft an neuen Lernprogrammen für Kinder. Schließlich schläft die Zukunft nicht.
Quelle: wz-newsline.de, 04.02.2005
LINKS zum Thema:
http://www.petragraef.com/
http://www.women.de/
http://www.kettcards.de/
http://www.designerdock.de/
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