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RATGEBER |
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Gymnastik auf Reisen
Wer kennt das nicht?! Man freut sich nach der Arbeit nach Hause zu fahren (oder besser noch in den Urlaub), fährt fröhlich pfeifend die Autobahnauffahrt hoch und ... steht im Stau.
Gerade bei ohnehin schon langen Fahrten ist das leider nicht nur üblich sondern v.a. nervig. Was kann man da tun? Die Zeit sinnvoll nutzen, aber wie? Ich fang meist mit einem antistatischen Staubtuch an mein Auto zu putzen und meinen Gummibärchenvorrat zu vernichten. Beides ist in gut 5 Minuten erledigt und dann.... gibt's Gymnastik. (?) Ja klar im Auto.
Erst mal gerade hinsetzen. Rücken weg von der Lehne und lang nach oben strecken (wer kann - Cabrio ???- und will soll ruhig die Arme unter das Autodach stemmen). Mal nach links und rechts drehen (vielleicht entdeckt man ja jemand Nettes nebenan im Auto), dann die Arme anwinkeln und vor der Brust die Hände falten. Nicht ruckartig drehen, dass könnte eine Muskelzehrung geben. Jetzt die Arme über das Lenkrad Richtung Frontscheibe strecken, dabei kann der Rücken ruhig rund werden. Schultern ca. 10- 20 mal vorwärts und rückwärts kreisen lassen.
Um unseren Nacken auszudehnen legen wir den Kopf seitlich schräg nach links, als ob man das Ohr auf die Schulter legen wollte, und zieht die gegenüberliegende Schulter rechts runter. Jetzt muss ein Ziehen seitlich des Halses zu spüren sein. Wenn wir jetzt in dieser Position bleiben und den Kopf so drehen, als ob wir unter unsere linke Achsel gucken wollten, wandert auch das Ziehen mehr Richtung Halswirbelsäule. Natürlich wechseln wir auch die Seiten. Eine Dehnung sollte man 10- 30 Sek halten. Ich empfehle 10 Sek- Seitwechsel, 15 Sek- Seitwechsel, 25 Sek- Seitwechsel und das reicht meistens aus.
Um uns ein wenig zu stärken, fausten wir die Hände und drücken sie vor der Brust zusammen. Die Handgelenke sind dabei gestreckt, die Schultern nicht hochgezogen und ein leichtes Doppelkinn kräftigt den Nacken gleich mit. Das ganze 3- 5 mal für gut 15 Sek. Atmen nicht vergessen. Dann hakeln sich die Finger ineinander und die Arme drücken nach außen. Das spürt man am Oberarm hinten Richtung Schulterblatt. Wem das zu komisch ist, kann auch das Lenkrad zusammen drücken oder auseinander ziehen. Dann merkt kein Mensch was, außer der verbissene Gesichtsausdruck verrät die Anspannung.
Eine andere gute Übung (auch zur Rückenstärkung) ist der Beckenbodenaufzug. Frisch gewordene Mütter kennen den "Aufzug" bestimmt noch. Einfach den Beckenboden leicht anspannen. Was der Beckenboden ist? Wenn Sie das nächste Mal das Örtchen aufsuchen und "pinkeln" (reden wir mal Deutsch, dass versteht jeder) versuchen Sie mal den Urinstrahl mitten im Fluss anzuhalten. Was Sie jetzt spüren ist der Beckenboden. Er ist ernorm wichtig, denn er sorgt dafür, dass die Organe nicht nach unten herausfallen. Ja auch so was gibts... jetzt zurück zur Übung: Beckenboden leicht anspannen.
Willkommen in Stufe 1.
Noch etwas mehr anspannen und schon sind wir in
Stufe 2:
Der Bauch und die Rückenmuskulatur dürfen ruhig mithelfen. Und anspannen bis zum Äußersten, nennen wir Stufe 3.
So nun lassen wir nicht einfach locker, sonder fahren ganz langsam wieder zurück: Stufe 2, Stufe 1, Locker lassen und nochmal, und nochmal 1-2-3-2-1- usw. Man sollte, um einen guten Effekt zu erzielen, 10 Sekunden in jeder Stufe bleiben. Diese Übung kann man auch hervorragend in einer roten Ampelphase einbauen. Auch akute oder alte Bandscheibenvorfälle gelten hier nicht als Ausrede, es ist immerhin eine Anspannungsübung ohne große Bewegung.
Für die optimale Beinentspannung und Beinmuskelanspannung bleibt leider nur der Rastplatz.
Anhalten, Aussteigen, Strecken und Recken und 3-5 Runden ums Auto gehen. Beine ausschütteln, Füße kreisen, auf Zehenspitzen gehen, Knie hochziehen... da kann man eigentlich so ziemlich alles machen, was einem einfällt.
Wem das nicht zu blöd ist, kann auch zu seiner Lieblingsmusik hinter dem Lenkrad ein Sitztanz aufführen. Böse Blicke aus Nachbars Auto sind dann nur purer Neid über unsere gute Laune.
Also, nutzen Sie Autopausen sinnvoll.
Viel Spaß im nächsten Stau, wann hat man sonst mal richtig Zeit für kleine Übungen.
Quelle Veronika Herbst
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